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Die Natur kann so schön sein und hat wesentlich mehr an Bohnen zu bieten als man denkt. Jeder kennt wohl grüne Bohnen oder rote Kidneybohnen, eventuell noch weiße dicke Bohnen, aber dann hört es bei den meisten schon fast auf.

Haben Sie schon mal Lilafarbene oder Pink- geflammte Bohnen gesehen? Kennen Sie schon bunte Bohnenkerne in blau-weiß, gelb, rot-weiß-schwarz, gepunktet, gestreift oder marmoriert?

Die Bohnenvielfalt ist so groß und voll mit faszinierenden Schönheiten. Die alten und fast vergessenen Sorten sind einfach einzigartig und wundervoll. Lassen sie sich anstecken von der Vielfalt, machen sie einen Spaziergang durch die unendlich vielen, zu unrecht vergessenen Sorten. Vielleicht überzeugt Sie die eine oder andere Sorte und bekommt in der nächsten Saison schon einen Platz in ihrem Garten. Sie werden es nicht bereuen und vom echten Bohnengeschmack begeistert sein. Nur dadurch dass wir die Sorten auch nutzen können wir sie auf Dauer erhalten.

Gerade diese Sorten haben noch Geschmack. Sie sind robust und haben unglaublich viele Farben zu bieten. Auch wenn sie keine Höchstleistungen vollbringen wie Industriell genutzte Sorten, sind die meisten Sorten trotzdem sehr Ertragreich und für den eigenen Haushalt eine Bereicherung und völlig ausreichend.

Aus der mittelamerikanischen Wildbohne entstand die Gartenbohne, deren Früchte unterschiedliche Größen, Formen und Farben sowie eine unglaubliche Samenvielfalt in allen nur erdenklichen Farben und Mustern besitzen. Diese Vielfalt ist auf natürliche und züchterische Auslese zurückzuführen. Kommerziell genutzte Bohnensorten gibt es nur sehr wenige.

Als Bohne bezeichnet man sowohl die runden, länglichen oder nierenförmigen Samen als auch die sie umgebende Hülse mitsamt den eingeschlossenen Samen und ebenfalls die gesamte Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Es gibt zahlreiche Gattungen und Arten von Pflanzen mit unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Eigenschaften und Verwendungszwecken, die alle als Bohnen bezeichnet werden. Die wichtigsten Bohnen in Mitteleuropa sind die Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris).

Die als Bohne bezeichneten Pflanzen gehören fast alle zur Tribus Phaseoleae in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Manchmal haben verschiedene Pflanzen in der deutschen Sprache denselben Namen, was zu Verwirrungen führen kann.

Die traditionelle europäische Bohne ist die

Vicia faba L., Ackerbohne, auch als Puffbohne, Saubohne, Pferdebohne oder Dicke Bohne bekannt.

Sie gehört nicht zum oben genannten Tribus Phaseoleae, sondern zum Tribus der Fabeae(Syn.: Vicieae), zu dem auch die Erbsen, die Kichererbsen und die Linsen gehören.

Eine der wichtigsten Nutzpflanzen ist die Sojabohne, reife Hülse Glycine max Sojabohne.

Viele Arten aus der Gattung der Vigna-Bohnen sind in Asien oder Afrika beheimatet. Speziell findet man:

Vigna aconitifolia Mattenbohne

Vigna angularis Adzukibohne

Vigna mungo Urdbohne

Vigna radiata Mungbohne

Vigna subterranea Bambara-Erdnuss

Vigna umbellata Reisbohne

Vigna unguiculata Von ihr werden drei Unterarten genutzt:

Catjang-Bohne (Vigna unguiculata subsp. cylindrica

Spargelbohne (Vigna unguiculata subsp. sesquipedalis

Augenbohne (Vigna unguiculata Walp. subsp. unguiculata)

Vigna vexillata

In den Tropen weit verbreitet ist die Cajanus cajan Straucherbse

Aus der Cyamopsis tetragonolobus Guarbohne wird Guargummi gewonnen.

Weniger bekannt sind die folgenden afrikanischen Arten:

Macrotyloma geocarpum Erdbohne

Macrotyloma uniflorum Pferdebohne

Psophocarpus tetragonolobus Goabohne

Sphenostylis stenocarpa Afrikanische Yambohne

Lablab purpureus Faselbohne, Helmbohne, Lablab-Bohne

Viele der bekannten Arten stammen aus der Neuen Welt

Phaseolus vulgaris Gartenbohne

Phaseolus lunatus Limabohne, Mondbohne

Phaseolus acutifolius Teparybohne

Phaseolus coccineus Feuerbohne

Die Gartenbohne ist die heute in Europa und Nordamerika hauptsächlich verwendete Bohne. Dazu zählen zahlreiche Sorten in verschiedenen Farben wie weiße Bohnen, rote Kidneybohnen, Pintobohnen, Wachtelbohnen und Sorten, die als grüne Bohnen, Wachsbohnen etc. genutzt werden. Vorher wurde in Europa die Ackerbohne (Vicia faba) gegessen.

Andere traditionelle Bohnen der Neuen Welt, von denen aber nur deren Wurzel ungiftig zu sein scheint und verzehrt wird, sind:

Pachyrhizus ahipa Andine Knollenbohne

Pachyrhizus erosus Yambohne

Pachyrhizus tuberosus Knollenbohne

Canavalia ensiformis Jackbohne

Canavalia gladiata Schwertbohne

Die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris), auch Fisole, Grüne Bohne oder auch, Strankerl genannt, ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Es gibt viele Nutzpflanzenarten, die „Bohnen“ genannt werden. Wenn man in Deutschland von „Bohne“ spricht, bezieht man sich fast immer auf die Gartenbohne, die je nach Wuchsform auch als Buschbohne oder Stangenbohne bezeichnet wird. Gartenbohnen gehören botanisch zu den Körnerleguminosen und nach landwirtschaftlichem Nutzen zu den Eiweißpflanzen. In den Tropen, vor allem in Mittel- und Südamerika, spielen Gartenbohnen aufgrund ihres hohen Proteingehaltes eine elementare Rolle für die Grundversorgung der Bevölkerung. Körnerleguminosen haben mit 23% Roheiweißgehalt den zweithöchsten Proteinwert von Nahrungspflanzen nach den Sojabohnen. Gartenbohnen enthalten für den Menschen giftige Lektine (Phaseolin), die durch Kochen zerstört werden. Bohnen und Hülsen sind daher roh nicht genießbar.

Die Gartenbohne ist eine einjährige Pflanze. Die Blätter sind dreizählig, in ihren Achseln entspringen Seitentriebe. Von den zwei Varietäten wird die Stangenbohne zwei bis vier Meter hoch, und windet sich gegen den Uhrzeigersinn an Stützen nach oben. Die Buschbohne hat ein begrenztes Längenwachstum, windet nicht und wird nur 30 bis 70cm hoch. Die Buschbohne beendet nach vier bis acht Internodien das Wachstum und bildet endständige Blütenstände.

Die Hauptwurzel der Bohne ist schwach ausgeprägt. Von ihr zweigen viele Seitenwurzeln ab, die bis 30cm lang werden. An den Seitenwurzeln sitzen die für die Leguminosen charakteristischen Wurzelknöllchen mit den stickstofffixierenden, symbiontischen Knöllchenbakterien der Art Rhizobium leguminosarum.

Gartenbohnen bilden unterschiedliche Wuchshabitus aus:

determinate: buschbildend, begrenztes Wachstum, Vegetationspunkt endet am Hauptsproß

indeterminate: buschbildend, kurzer Hauptsproß, Terminalknospe des Hauptsproß bleibt vegetativ

unbegrenzt wachsend, schwach rankend, langer Hauptsproß

unbegrenzt wachsend, stark rankend abhängig von Standort und Tageslänge

Die Blüten stehen wechselständig zu mehreren in Trauben. Eine Blüte ist ein bis zwei Zentimeter lang. Eine Fremdbestäubung ist möglich, es herrscht jedoch Selbstbestäubung vor. In Mitteleuropa erfolgt die Bestäubung bereits vor Öffnung der Blüten. Die europäischen Sorten sind sämtlich tagneutral, die Zeit bis zur Blüte ist von der Wärmemenge abhängig.

Die Hülsen sind im Querschnitt flach oder rund und sehr variabel. Ihre Farbe kann grün, gelb, blau, violett gestreift oder marmoriert sein. Ihre Länge reicht von 5 bis fast 50cm. Die Samen sind ebenfalls unterschiedlich groß, ihre Farbe reicht von weiß bis schwarz, einfarbig oder bunt.

Die Keimung verläuft epigäisch, die dicken Speicher-Keimblätter kommen aus dem Boden und entfalten sich, sterben aber recht schnell ab.

Die Gartenbohne ist nur in Kultur bekannt. Ihre wilde Stammform dürfte die in Südamerika heimische Phaseolus aborigineus sein. Die ältesten Funde der Gartenbohne stammen aus der Guitarrero-Höhle in Peru von etwa 6000v.Chr. und aus Pichasca in Chile von etwa 2700v.Chr. Die nächsten Funde stammen dann erst wieder aus der Zeit von 300v.Chr. bis etwa Christis Geburt, der Zeit der mittelamerikanischen Hochkulturen. Die Funde sind sowohl Samen wie auch Hülsen. Generell sind die Samen kleiner als die heutiger Sorten, aber wesentlich variabler in Form, Farbe und Muster.

In präkolumbischer Zeit verbreitete sich der Gartenbohnen-Anbau in Amerika sehr weit. Die Gartenbohne war neben Kürbis und Mais die wichtigste Nahrungspflanze (Milpa). Im Norden reichte der Anbau bis zum Sankt-Lorenz-Strom, von wo Jacques Cartier den Anbau beschrieb. Aus Florida beschrieb de Soto die Gartenbohne 1539, Lescarbot 1608 aus Maine. Alle frühen europäischen Autoren betonen auch die große Bedeutung der Bohnen für die Ernährung der Indianer. Bei den Inka war die Gartenbohne nach frühen spanischen Berichten (Garcilaso de la Vega) die Nahrung der unteren Bevölkerungsschichten, während die Oberschicht die Mondbohne (Phaseolus lunatus) bevorzugte.

Während die nord- und mittelamerikanischen Wildsippen ebenfalls zu Phaseolus vulgaris gestellt werden, werden die wilden Verwandten in Südamerika zu Phaseolus aborigineus gestellt. Die nord- und mittelamerikanischen Wildsippen werden als eingeschleppt interpretiert.

Nach Europa gelangte die Gartenbohne im 16. Jahrhundert. Die älteste Abbildung aus Deutschland stammt aus dem Kräuterbuch von Leonhart Fuchs 1543, der sie als „Welsch Bonen“ bezeichnet. Weitere frühe Erwähnungen stammen von Georg Oelinger (1553) und Kaspar Bauhin. In Europa verdrängte sie die bis dahin angebauten Bohnen, die Ackerbohne und die Kuhbohne. Die lateinische und auch noch mittelalterliche Bezeichnung für die Kuhbohne, fasiolum, faseolum und phaseolum gingen nun auf die neue, vorherrschende Gartenbohne über.

Infolge der Domestikation der Bohne vor 7000 oder 8000 Jahren hauptsächlich im Hochland von Mexiko ist sie heute weltweit eine bedeutende Nutzpflanze für eine Reihe von Klimazonen und unterschiedlichen Landnutzungssystemen. Infolge der ersten Domestikationsphase über die folgende Evolution unter Inkulturnahme, Selektion, Migration und genetischer Drift veränderten sich die morphologischen, physiologischen und genetischen Eigenschaften der heutigen Bohnensorten. Als Anpassung auf die unterschiedlichsten geographischen Lagen und Klimazonen bildete sich eine große genetische Variabilität an Stämmen von Rhizobium phaseoli und die unterschiedlichsten Krankheiten und Schädlingen aus. Bohnen liefern durch die Hybridisierung der einzelnen Genotypen eine noch höhere genetische Variabilität, was die pflanzenphysiologische Grundlagenforschung und Züchtungsarbeit sehr erleichtert.

Bei Bohnen unterscheidet man nach ihrer genetischen Herkunft den andinen (andines Hochland von Peru und Bolivien) und den mesoamerikanischen (Mexiko und Mittelamerika) Genpool. In beiden Genzentren wurden unterschiedliche Bohnengenotypen für die lokalen Boden- und Klimaverhältnisse entwickelt. Die Wildform von P. vulgaris wurde erstmals entlang dem Andenbogen von Argentinien bis Venezuela domestiziert. Bohnen sind neben den Kürbissen die ältesten angebauten Nutzpflanzen Amerikas und gehören noch heute zu den wichtigsten Pflanzenkulturen der kleinbäuerlichen Subsistenzlandwirtschaft in Lateinamerika und Afrika.

In der Saatgutbank des CIAT (IBN – International Bean Germplasm Nursery) werden über 10.000 unterschiedliche Bohnenherkünfte mit den unterschiedlichsten Resistenzgenen konserviert, davon sind allein 2.000 Genotypen aus Ruanda, Burundi, Honduras und Chile.

Zu den Hauptzielen in der Pflanzenzüchtung gehört die qualitative Verbesserung von Inhaltsstoffen (z. B. Aminosäuremuster), der ökophysiologischen Anpassung und Ertragsstabilität für suboptimale Standorte (z. B. abiotischer Stress wie Trockentoleranz, Bodenazidität, etc.) und Resistenzzüchtung gegen Krankheiten und Schädlinge. Genetische Untersuchungen verschiedener Bohnenlinien haben ergeben, dass insbesondere für die qualitative Verbesserung noch ein großes züchterisches Potential vorhanden ist.

Exportpflanzen und Marktfrüchte (cash crops) wie Getreide und Sojabohnen als Ölsaat liefern immer noch den höchsten Anteil der pflanzlichen Roheiweißproduktion und wurden traditionell züchterisch intensiver bearbeitet als Eiweißpflanzen wie die Körnerleguminosen. Auch blieb das Anbaugebiet der Bohnen von 1972-1981 noch weitgehend konstant.

Es gibt tausende von Sorten. Für den Anbau unterteilt man nach der Nutzung in Filetbohnen, das sind Sorten mit fleischiger Hülse, die vorwiegend als grüne Hülse geerntet und genutzt werden und in Kernbohnen oder Trockenkochbohnen, bei denen die Nutzung der Samen (genannt Bohnenkerne) im Vordergrund steht. Zwiebohnen sind Sorten, die je nach Erntezeitpunkt sowohl zur Gewinnung grüner Hülsen, als auch zur Ernte von Bohnenkernen nutzbar sind. Wachsbohnen sind Filetbohnen mit gelben Hülsen, Perlbohnen sind meist kleinsamige Bohnen, bei denen die rundlichen Samen in der Hülse hervortreten und wie eine Perlenkette aufgereiht aussehen. Prinzessbohnen sind besonders jung geerntete und daher feinere Filetbohnen.

Kidney-Bohne ist ursprünglich nur ein anderer Name für die Gartenbohne, bezeichnet heute aber auch bestimmte rotsamige Sorten. Der Begriff Kidney-Bean (zu deutsch: „Nieren-Bohne“) wurde im 19. Jahrhundert im englischen Sprachraum noch für alle Vertreter der Gattung Phaseolus gebraucht, in Abgrenzung zu den heute als Ackerbohne bezeichneten Bohnen. Ausschlaggebend war die ausgeprägte Nierenform der Samen. Zwar ist der Begriff im englischen Sprachraum auch heute noch für die Gartenbohne als Art in Gebrauch, wird aber umgangssprachlich vor allem für die großen, roten Samen der Gartenbohne gebraucht.

Die Pintobohne (Spanisch: frijol pinto) ist rot-braun gesprenkelt mit beigefarbenem Grundton - die Farbgebung ähnelt einem Wachtelei darum wird sie auch Wachtelbohne genannt. Es ist die in den USA und Nordwesten von Mexiko am häufigsten verwendete Varietät der Gartenbohne. Die Pintobohne wird im Aufweichwasser gekocht, püriert und teilweise fritiert. Ganz oder püriert wird sie oft als Füllung für Burritos verwendet. Im Südwesten der USA wird die Pintobohne als wichtiges Symbol der regionalen Identität angesehen, insbesondere bei den mexikanischstämmigen Einwohnern. Zusammen mit der Chilifrucht ist sie die offizielle Gemüsesorte des Bundesstaates New Mexico.

Bohnen sind an die verschiedensten Klimatypen und ökologischen Bedingungen angepasst. Nur wenige Pflanzen zeigen eine derart große Mannigfaltigkeit an Anpassungsmechanismen an unterschiedlichen Standorten, sowie Wuchstypen und Vegetationslängen Phaseolus vulgaris wächst am besten in Regionen mit einer durchschnittlichen Temperatur von 18 bis 30 C während der Wachstumsperiode. Möglichst gleichmäßig verteilte Niederschläge und relativ kühle Nächte unter 20 C begünstigen Wachstum und Samenertrag. Im kühlen und niederschlagsarmen Hochland wird der Anbau von großsamigen Sorten bevorzugt, da durch eine rasche und tiefgründige Wurzelentwicklung ein größeres Bodenvolumen erschlossen wird und unerwartete und kurze Trockenperioden somit überbrückt werden können. Trockenperioden, die länger als zwei Wochen dauern, können die Bohnen in den Tropen, insbesondere während der Blüte nachhaltig schädigen und es kommt zu Ertragsreduktionen. In den humiden Tropen auf schlecht drainierten Standorten sind wiederum Sorten mit einem flacheren Wurzelwerk von Vorteil, um teilweise auch Staunässe auszuhalten. Starke Niederschläge verbunden mit einer hohen Luftfeuchtigkeit können das Entstehen zahlreicher Pilzkrankheiten begünstigen. Die meisten handelsüblichen Bohnensorten sind im Vergleich zur Sojabohne tagneutral, das bedeutet die Photoperiode Kurztag/Langtag hat keinen nachweislichen Einfluss auf die Blühinduktion. Geeignet sind Böden mit einem mittleren pH-Wert zwischen 4,5 und 8,0. Auf sauren Böden treten Mangelerscheinungen wie Phosphormangel auf, dabei kann Phosphor nicht mehr in ausreichenden Mengen von der Wurzel aufgenommen werden. Gelöste Metalle wie Aluminium und Mangan können zu toxischen Symptomen führen. Stark ertragsreiche Bohnensorten werden nur unzureichend durch die N-Fixierung versorgt, hier muss mit Stickstoff (bis ca. 10 kg N/ha) nachgedüngt werden.

Alle Bohnen der Gruppe Phaseolus sind roh giftig. Erst das Erhitzen (in Kochwasser) auf mehr als 70 C zersetzt das Gift.

In Europa, Nordafrika und dem Vorderen Orient werden die noch nicht ausgereiften Hülsen der Gartenbohnen vielfach als Gemüse gegessen (Grüne Bohnen, gelbe Wachsbohnen), ein bekanntes deutsches Gericht daraus sind Saure Bohnen. Getrocknet erhält man die in der Schweiz verbreiteten Dörrbohnen. Generell werden aber auch die reifen, trockenen Samen, die sich leicht lagern lassen, viel genutzt. Bohnen werden vielerorts als Suppen- und Eintopfzutat verwendet, beispielsweise im Bohneneintopf der deutschen Küche oder in der italienischen Minestrone. Sie sind der Grundbestandteil des brasilianischen Nationalgerichts “Feijoada” und können je nach Region ein Bestandteil von Chili con Carne sein. Im Reifegrad zwischen den „Grünen Bohnen“ und der „Trockenkochbohne“ oder „Körnerbohne“ liegen die Flageoletbohnen, bei denen die milchreifen Kerne geerntet werden, wenn die Hülsen eine lederartige Reife haben. Sie gelten als Delikatesse.

In Lateinamerika und Afrika finden sie ihre häufigste Verwendung in kleinbäuerlichen Mischkulturen zusammen mit Mais oder Kaffee. Der Anbau der Bohnen erfolgt entweder gleichzeitig mit der Aussaat des Maises oder zeitlich versetzt, um sich die Wechselwirkungen der Stickstoff-Fixierung zunutze zu machen. In Kaffeeplantagen Kolumbiens wurden Bohnen angebaut, um die Grundnahrungsversorgung der Pflücker zu sichern. Der Grund dafür, dass Bohnen selten in größeren Kulturen angebaut werden, liegt an ihrer hohen Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge, geringen und instabilen Erträgen, hohe Marktpreisfluktuationen und lokale Präferenzen eines ganz bestimmten Samentyps. Das semiaride Hochland Mexikos ist das größte zusammenhängende Bohnenanbaugebiet der Welt. Obwohl andere Nutzpflanzen mit höheren Deckungsbeiträgen wie Mais die Bohnen dort vielerorts verdrängt haben, sind in dieser Zone mit geringen und unregelmäßigen Niederschlägen, lokale Bohnen-Landsorten mit die Beste Option der Landnutzung. In Brasilien werden Bohnen in allen Bundesstaaten angebaut, wobei die fruchtbarsten und ertragsfähigsten Böden meist mit profitablen Sojabohnen bepflanzt werden und Bohnen mehr und mehr auf ungünstigere und weniger produktive Standorte verdrängt werden. Diese Verschiebung auf die Marginalböden führt zu neuen Risiken wie dem Goldenen Mosaikvirus und Ertragsausfällen durch Trockenheit und geringer Bodenfertilität.

Die Saattiefe beträgt meist nicht mehr als 2,5cm, um ein rasches Wachstum zu beschleunigen. Der Boden wird vorher grundbearbeitet, soll abgesetzt, mindestens 25 cm tief sein und einen geringen Bestand an Unkräutern (korrekte Bezeichnung Ackerwildpflanzen oder Ackersegetalflora) haben, um die Bohnen einem möglichst geringen Konkurrenzdruck durch andere Pflanzen auszusetzen. In den Tropen wird nach Möglichkeit am Anfang der Regenzeit ausgesät, um während der gesamten Vegetationsperiode ausreichende Niederschläge zu erhalten. In den gemäßigten Breiten erst, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind und die durchschnittliche Temperatur über 12°C liegt.

Die Samen der Gartenbohne haben einen hohen Proteingehalt und enthalten eine Reihe von essentiellen Aminosäuren, das enthaltene Protein deckt aber nicht alle essentiellen Aminosäuren ab. Die Kohlenhydrate der Bohne liegen in vom Menschen teilweise nicht abbaubaren Oligosaccharosen vor. Sie enthalten größere Mengen der Mineralstoffe Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen (v.a. in der Form von Leghämoglobin), sowie der Vitamine B2, B6, C, E, Provitamin A (Betacarotin) und Folsäure. Das Vitamin C unterstützt die Aufnahme des enthaltenen Eisens, geht allerdings durch das Kochen zum größten Teil verloren.

Der Verzehr von Bohnen kann zu einer stark vermehrten Gasbildung im Dickdarm und dadurch zu Blähungen führen. Der Grund hierfür ist, dass bestimmte in Bohnen enthaltene Dreifachzucker, wie zum Beispiel Raffinose, nicht vom Menschen verdaut werden können, von Darmbakterien aber sehr wohl unter Absonderung von Faulgasen metabolisiert werden. Dies führt zu Blähungen. Eine Möglichkeit, dieser Nebenwirkung vorzubeugen, ist, die Bohnen vor der Zubereitung zu wässern, um die fraglichen Zucker auszuwaschen. Dabei gehen aber auch Mineralstoffe und wasserlösliche Vitamine verloren. Die andere Möglichkeit besteht in der Einnahme des Enzyms, das die Raffinose in Saccharose und Galaktose spaltet. Die Zugabe von Gewürzen wie Asant, Fenchel, Anis, Koriander, Kreuzkümmel und Kümmel führt nicht zu einer Verringerung der Menge an produziertem Gas, wirken aber entspannend auf die Darmmuskulatur, was die Blähungen für manche Erwachsene und insbesondere Kleinkinder weniger unangenehm macht.

Als Droge dienen die Bohnenschalen d.h. die von den Samen befreiten Früchte (Hülsen). Die Droge hat schwach harntreibende Wirkung und wird deshalb bei Katarrhen der ableitenden Harnwege und zur Vorbeugung der Bildung von Harngrieß und Harnsteinen eingesetzt. Es ist nicht bekannt, auf welche Inhaltsstoffe diese Wirkung zurückzuführen ist. In der Volksheilkunde wird die Droge als Diabetikertee zur Senkung des Blutzuckerspiegels genutzt; die Wirkung ist aber nicht gesichert.

Quelle:wiki


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